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ballensilage.com-Special
/ (01/2013) Interview mit Fa. Ahlmer


Ahlmer-Dosiergerät, © Ahlmer Maschinen- und Gerätebau
Ahlmer-Dosiergerät, © Ahlmer Maschinen- und Gerätebau

Die mittelständische Firma Ahlmer Maschinen- und Gerätebau mit grenznahem Sitz im münsterländischen Gescher ist ein Spezialist für (landwirtschaftliche) Dosiertechnik und Edelstahlverarbeitung. Die Bandbreite reicht von der Herstellung von Dosiergeräten für Siliermittel über komplette Konservierungsanlagen für Getreide bis hin zum Schneiden verschiedener Werkstoffe mit einer High-Tech-Wasserstrahlschneide-Anlage.

Mit dem Firmeninhaber Richard Ahlmer sprach Manuel Stammwitz von ballensilage.com am 24. Januar 2013 am Firmensitz in Gescher.

ballensilage.com: „Herr Ahlmer, Bei der Dosierung von Siliermitteln muß zwischen chemischen und biologischen Produkten unterschieden werden – können Geräte, die für den Einsatz biologischer Präparate vorgesehen sind auch automatisch chemische Silierzusätze eindosieren?“

Herr Ahlmer: „Die Standard-Dosiertechnik ist für den Einsatz von Milchsäurebakterien-Präparaten vorgesehen. Durch den Begriff der „Säure“ entsteht hier aber häufig ein Mißverständnis – denn die biologischen Siliermittel werden mit Wasser verdünnt eingesetzt. Davon zu unterscheiden sind aber die NK- / NC-Produkte und andere Silierzusätze, die teilweise aggressiv sind und auch in höheren Aufwandmengen dem Siliergut zugesetzt werden. Hier sind Geräte mit höheren Durchsatzleistungen, robusteren Pumpen und Schläuchen angeraten. “

„Nur wissen viele Landwirte gar nicht, welche Anforderungen das Siliermittel, das der Vertreter ihnen verkauft hat, an die Dosiertechnik stellt. Daher sollte der Landwirt genau bei seinem Lieferanten nachfragen und sich im Zweifelsfalle auch schriftlich zusichern lassen, dass seine vorhandenen Dosiertechnik für das Produkt geeignet ist oder auch nicht.“

ballensilage.com: „Welche Ausrüstung braucht der Praktiker, der Siliermittel einsetzen möchte?“

Herr Ahlmer: „Für den Standardeinsatz genügt ein Gerät mit Pumpe, Schauglas zur Mengenregulierung und Düsensatz. Landwirte haben meist noch einen 20- oder 50-Liter-Behälter zur Hand, in dem die Milchsäurebakterien in Wasser aufgelöst / angesetzt werden. Für den professionellen Einsatz, sprich Lohnunternehmen oder für die Behandlung von z.B. mehreren hundert Siloballen sollte es eine leistungsfähigere Dosieranlage sein. Hier ist die feste Installation eines Siliermitteltanks von 200-400 Liter Fassungsvermögen zu empfehlen. “

ballensilage.com: „Welche Geräte sollte man wählen, wenn man die größtmögliche Freiheit in der Anwendung von Produkten haben möchte – ich denke da besonders an den professionellen Bereich?“

Herr Ahlmer: „Hier ist man gut beraten Geräte einzusetzen, die auch den Einsatz von Säuren oder Mitteln mit aggressiverer Zusammensetzung vertragen. Der Landwirt sollte eine robustere Dosierpumpe wählen, zum Beispiel eine aus Edelstahl. Auf der ganz sicheren Seite sind wir, wenn wir im Lohnbetrieb auf druckluftbetriebene Pumpen zurückgreifen – diese Geräte sind sehr leistungsfähig und Druckluft ist ja auch bei nahezu jedem Schlepper vorhanden. Auch versehentliches Trockenlaufen kann diesen Pumpen nichts anhaben, da sie sehr robust sind. Natürlich sind diese Geräte auch etwas teurer. Aber kein Lohnbetrieb kann sich doch einen Erntestillstand leisten, nur weil die Siliermittelpumpe ausgefallen ist.“

ballensilage.com: „Sind auch Dosiercomputer mit digitalen Anzeigen bei Ahlmer verfügbar?“

Herr Ahlmer: „Ja natürlich. Diese Geräte können in der Schlepperkabine montiert werden und die Anlage steuern. Mittelmengen können genau eingestellt werden und die verbrauchte Menge läßt sich erfassen. Für Abrechungszwecke bei Lohnbetrieben oder Maschinenringen ist das ideal. Diese Geräte werden deswegen auch immer stärker nachgefragt.“

ballensilage.com: „Stellt Ahlmer auch Geräte zur Dosierung von Kleinstmengen her? “

Herr Ahlmer: „Wir haben Dosiergeräte, die ab 10 Liter pro Stunde dosieren. Bei einem 100 Liter-Tank kann dann 10 Stunden am Stück gefahren werden. Es ist aber die Frage, ob diese Minimalmengendosierung dem Einsatzzweck überhaupt zuträglich ist. Bei zu wenig Wasser kommt es zu Verteilproblemen der Milchsäure-Bakterien und es gibt Hinweise auf einen verzögerten Einsatz der Wirkung.“

ballensilage.com: „Feldhäcksler, Ballenpressen, Schlauchpressen und Ladewagen: kann an jede dieser Erntegeräte auch ein Dosiergerät installiert werden?“

Herr Ahlmer: „Ja, man kann an jede Erntemaschine ein Dosiergerät anbauen, hier muß aber im Einzelfall geklärt werden, wo das Gerät am sinnvollsten montiert werden kann und wo die Düsen das Mittel einsprühen. Wir wollen ja eine gleichmäßige Benetzung des Erntegutes erreichen und Abtrift vermeiden.“

„Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Leistung des Dosiergerätes zur Leistung der Ertemaschine paßt – leider wissen aber viele Landwirte nicht ganz genau, wie groß die Leistung der Maschinen wirklich ist. Unterdosierungen führen zu geringeren Effekten der zugesetzten Mittel und eine zu hohe Aufwandmenge hat keine zusätzliche Wirkung, ist also rausgeworfenes Geld. Es lohnt sich also, die Ernteleistung der Maschine im Zweifelsfall einmal selber zu ermitteln.“

ballensilage.com: Mit welchen Kosten muß der Landwirt bzw. Lohnunternehmer rechnen, der sich für ein leistungsfähiges Gerät entscheidet?“

Herr Ahlmer: „Ein Basisgerät mit Pumpe und elektronischer Mengenregelung geht bei etwa 500,- € los – mit passendem Vorratstank liegen wir bei etwa 700,- €. Bei einem leistungsfähigeren Gerät mit 200 Liter-Tank veranschlagen wir ca. 1.100,- Euro. Ca. 1.500 – 1.800 € kostet ein Gerät zur Dosierung von Kleinmengen. Elektronische Mengenanzeigen sind nahezu bei allen Geräten auf Wunsch nachrüstbar, wenn sie nicht sofort mitgeordert werden.“

ballensilage.com: „Für welche Kunden sind die unterschiedlichen Dosiergerät gedacht?“

Herr Ahlmer: „Der Kunde, der im Jahr nur einige Siloballen machen will, kommt sicher mit dem Basisgerät für ca. 500,- € zurecht. Für Lohnbetriebe sind die leistungsfähigeren Betriebe empfohlen – denn hier muß Geld verdient und störungsfrei gearbeitet werden können. Diese Geräte kosten Geld, keine Frage. Allerdings muß auch der Aspekt der Arbeitssicherheit beachtet werden, im professionellen Einsatz besonders wichtig. Nicht immer werden die Geräte von denselben Mitarbeitern bedient.“

ballensilage.com: „Der Wunsch nach Einsatz von Siliermitteln wird häufig von Landwirten geäußert – wie aufgeschlossen sind die Lohnunternehmen eigentlich in dieser Hinsicht?“

Herr Ahlmer: „Mittlerweile haben auch einige Erntemaschinen der großen Landmaschinen-Firmen Dosiertechnik auf Wunsch werksseitig mit an Bord – z.B. bei den großen Feldhäckslern. Das zeigt doch, dass sich ein gewisses Umdenken eingestellt hat und die Wirkung von Silierzusätzen anerkannt ist. Hier ist noch viel Spielraum für Lohnunternehmen, die ihre vorhandene Erntetechnik auf unkomplizierte Weise nachrüsten wollen. Warum sollen die Lohnbetriebe nicht selber die gängigsten Siliermittel für den Landwirt vorhalten? So können sie dem Kunden Empfehlungen für deren Einsatz geben, wenn die Erntesituation es erfordert und noch ein Stückweit mehr zur Sicherung der Futterqualität beitragen. Manche Lohnbetriebe machen es ja bereits erfolgreich vor und davon profitieren Lohnunternehmen und Landwirt gleichermaßen. “

ballensilage.com: „Herr Ahlmer, vielen Dank für das Gespräch.“


Kontakt:

Ahlmer Maschinen- und Gerätebau
www.amg-gmbh.com


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