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Schafe: Küstenschutz-Helfer im Oldenburger Land, © LWK Niedersachsen[/caption] <p><strong>LWK Niedersachsen
Schafe: Küstenschutz-Helfer im Oldenburger Land, © LWK Niedersachsen

LWK Niedersachsen / 22.10.2020
Sieg bei „Echt kuh-l“: Schulprojekt rückt Schafe als Küstenschutz-Helfer in den Mittelpunkt

Tierzuchtexperte der Landwirtschaftskammer unterstützt SchülerInnen – Wolf und Preisverfall für Wolle setzen SchafhalterInnen unter Druck

Pressemitteilung / (Oldenburg) Die Schafe – unsere Helfer im Küstenschutz“: Unter diesem Titel haben sich Schüler*innen der AG „Na, Erde?“ des Neuen Gymnasiums Oldenburg (NGO) ein Jahr lang mit dem Küstenschutz im Oldenburger Land beschäftigt. Die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen hat das Projekt und die NachwuchsforscherInnen gerne mit ihrem Wissen unterstützt – und freut sich, dass die tolle Arbeit der AG beim bundesweiten Schulwettbewerb „Echt kuh-l!“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft mit dem 1. Platz des Sonderpreises Schule ausgezeichnet worden ist.

„Im Wettbewerb haben die Schülerinnen und Schüler viel über Zusammenhänge von Klimawandel und Landwirtschaft gelernt“, berichtet NGO-Lehrer und AG-Leiter Dr. Bernhard Sturm, „insbesondere über die Bedeutung der Schafzucht für den Küstenschutz in Zeiten des steigenden Meeresspiegels.“ Die vielseitige Projektarbeit habe allen viel Freude bereitet. Welche Funktion Schafe und Deiche haben und was im Falle eines Deichbruchs zu tun ist, erklären die SchülerInnen unter dem Titel „Deichen, Weichen oder…?“ am 6. November 2020 im Schlauen Haus in Oldenburg im Rahmen eines Schülerwissenschaftscafés, dem „Junior Science Café“.

Schafhaltung in Niedersachsen

Etwa 11.500 SchafhalterInnen sind aktuell bei der Niedersächsischen Tierseuchenkasse gemeldet. Die Zucht seltener und bedrohter Nutztierrassen wird gefördert: „Etwa 80 Prozent der eingetragenen Zuchtschafe in Niedersachsen gehören Rassen an, die vom Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen – einem Arbeitsgremium der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde – als Beobachtungspopulation eingestuft sind“, berichtet Klaus Gerdes, Leiter des Sachgebiets Tierzucht bei der LWK. Der Zuchtexperte stand der Schul-AG als Ansprechpartner zur Verfügung.

Gerdes erklärte den SchülerInnen beispielsweise, dass man aus Lammfleisch alles machen könne, was man auch aus Schweinefleisch macht: Lammkeule, Lammhaxe, Lammbratwurst, Mettwurst oder Schinken. Schafmilchprodukte seien ebenfalls sehr vielfältig. Sie würden vor allem von Kuhmilchallergikern gekauft. Früher habe das Schaf außerdem als „die Kuh des kleinen Mannes“ gegolten. Unter dem Motto „Schafe mähen besser“ werde die Dienstleistung Schafbeweidung heute des Weiteren zum Beispiel auch zur Pflege von Solarparks angeboten.

Wolfsrisse und geringe Wertschätzung

Sorge bereiten den SchäferInnen allerdings zum einen die Ausbreitung des Wolfes und die damit verbundenen Nutztierrisse. Um sachlich den Problematiken in der Fläche zu begegnen, hat die LWK zum Jahresanfang die neue Aufgabe im Bereich der Herdenschutzberatung aufgenommen. Gezielt werden Themenschwerpunkte wie zum Beispiel die Umsetzung des Herdenschutzes auf dem Deich und in Küstennähe oder in der Landschaftspflege mit Verantwortlichen der Ministerien besprochen.

Zum anderen bereitet den SchafhalterInnen der dramatische Preisverfall für Wolle Sorge. „Höchstens für beste Merinowolle wird heute noch etwas bezahlt“, berichtet Gerdes, „für die Wolle eines normalen Schwarzkopfschafes beispielsweise gibt es dagegen kaum noch etwas.“ In ganz Deutschland gibt es inzwischen keine Wollwäscherei mehr, die Wolle muss zum Waschen nach Belgien und zur Verarbeitung nach China geliefert – oder weggeschmissen werden.

„Unsere Vorfahren haben Jahrhunderte lang Schafe gezüchtet und selektiert“, erklärt Gerdes, „wir freuen uns über die heutige Rassenvielfalt. Allein in Niedersachsen gibt es über 30 Rassen mit unterschiedlichen Wolleigenschaften. Wenn aber nur noch die Wolle weniger Rassen wertgeschätzt wird, können wir künftig entweder nur noch Merinoschafe züchten – oder Schafe ohne Wolle.“

weitere Informationen: LWK Niedersachsen, www.lwk-niedersachsen.de

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