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Pflanzenschutz im Getreide, © ballensilage.com
Pflanzenschutz im Getreide, © ballensilage.com

Julius Kühn-Institut / 12.09.2018
Herausforderung Pflanzenschutz – Wege in die Zukunft

61. Deutsche Pflanzenschutztagung an der Universität Hohenheim

Pressemitteilung / (Stuttgart) Die bedeutendste und größte regelmäßige Fachveranstaltung im Bereich der Phytomedizin und Agrarwissenschaften im deutschsprachigen Raum wird heute (11.9.18) in Stuttgart eröffnet. Erwartet werden an der Universität Hohenheim in den kommenden vier Tagen (bis 14.9.) rund 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auch aus dem benachbarten Ausland. Für das gastgebende Bundesland heißt die Ministerialdirektorin Grit Puchan im Namen des Ministers für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, die Gäste willkommen; ebenso die Prorektorin Frau Prof. Dr. Korinna Huber für die Universität Hohenheim sowie der Leiter des Pflanzenschutzreferates Friedel Cramer vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Die Deutsche Pflanzenschutztagung wird alle zwei Jahre gemeinsam vom Julius Kühn-Institut (JKI), dem Deutschen Pflanzenschutzdienst und der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft (DPG) an einer namhaften Universität veranstaltet. „Die Pflanzenschutztagung ist ein bedeutendes Forum für den Austausch neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen auf allen Gebieten der Phytomedizin“, so Dr. Georg F. Backhaus, Vorsitzender des Programmkomitees der Tagung und Präsident des Julius Kühn-Instituts, und dankt vor allem Prof. Ralf Vögele vom Institut für Phytomedizin für die großartige Unterstützung.

Landwirte, Gärtner, Obstbauern, Winzer oder Forstwirte müssen sich ständig an neue Gegebenheiten auf ihren bewirtschafteten Flächen anpassen. Zudem hat die Digitalisierung in der Landwirtschaft mit der vielfältigen Nutzung von GPS-Daten z. B. im Bereich Precision Farming schon länger Einzug gehalten. Jetzt stehen mit den riesigen Datenmengen von Satelliten, Drohnen oder sensorischen Verfahren rasante Entwicklungen für die Landwirtschaft der Zukunft an, z. B. Robotik-Lösungen, intelligente Vernetzung von Geräten oder berührungsfreie frühzeitige Erkennung von Schaderregern. Dies ist auch ein wesentlicher Fokus der Tagung bei der diesjährigen Plenarveranstaltung „Herausforderung Pflanzenschutz –Wege in die Zukunft“ am 12. September. Das Thema Pflanzenschutz erhält derzeit eine große öffentliche Resonanz, meist in Verbindung mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Die Tagungsbeiträge zeigen jedoch deutlich auf, dass dieser Begriff eine wesentlich weitreichendere Bedeutung hat.

Handel und Verbraucher fordern qualitativ hochwertige und trotzdem preislich günstige Nahrungsmittel. Die Frage nach neuen Nahrungsmitteln spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Auf der anderen Seite – vom Verbraucher meist unbemerkt – steigt die Gefahr der Einschleppung von neuen Pflanzenkrankheiten und Schädlingen durch den globalen Handel und deren Ausbreitung durch geänderte Klimaverhältnisse.

Der Nachweis neuer Schaderreger muss rasch und sicher erfolgen, um den Handel nicht zu gefährden. Ebenfalls verändern sich die alt eingesessenen Schädlinge und Krankheitserreger stetig, so dass von der Resistenzzüchtung und dem Pflanzenschutz neue Lösungen erwartet werden. Dies im Auge zu behalten, verbesserte modernste Diagnosewerkzeuge zu entwickeln, die Biologie und Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten zu erforschen, sind klassische Themen von Phytomedizinern. Weitere Tagungsbeiträge gehören Ergebnissen zu Fragen des ökologischen Pflanzenbaus, des Pflanzenschutzes mit biologischen Mitteln oder den Forderungen des Verbraucher- und Umweltschutzes an die Landwirtschaft, den Gartenbau oder Forst.

Der diesjährige Tagungsort (er wechselt bei der alle zwei Jahre stattfindenden Tagung immer in ein anderes Bundesland) passt in mehrfacher Hinsicht vortrefflich. Die Agrarforschung in Hohenheim feiert in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Anlass für die Gründung war die schlimmste Hungersnot des 19. Jahrhunderts in Württemberg, ausgelöst durch eine Klimakatastrophe und Missernten nach dem „Jahr ohne Sommer“ infolge des Ausbruchs des indonesischen Vulkans Tambora. In deren Folge gründete König Wilhelm I. von Württemberg im Jahr 1818 die landwirtschaftliche Lehr- und Versuchsanstalt – den Kern der heutigen Universität Hohenheim. Auch noch 200 Jahre später sind z. B. infolge der regional gravierenden Dürre Lösungen aus der Forschung gefragt. Derartige Extreme zeigen, dass sich immer wieder neue Fragestellungen an die Forschung ergeben, die Forscher, Berater und Anbauer, aber auch Behörden und Politik vor große Herausforderungen stellen.

Viele Tagungsteilnehmer sind Phytomediziner (Pflanzenärzte). Die Universität Hohenheim war hier ebenfalls Vorreiter und begann bereits im Jahr 1939 mit der phytomedizinischen Ausbildung mit der Gründung des Instituts für Pflanzenschutz.

Das komplette Tagungsprogramm sowie die Kurzfassungen der über 600 Vorträge und Poster aus allen Bereichen der Phytomedizin und des Pflanzenschutzes stehen unter www.pflanzenschutztagung.de kostenfrei zum Herunterladen zur Verfügung.

weitere Informationen: Julius Kühn-Institut, www.julius-kuehn.de

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