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AGRAVIS-Fahnen, © AGRAVIS
AGRAVIS-Fahnen, © AGRAVIS

AGRAVIS / 29.06.2020
AGRAVIS gibt temporäre Mehrwertsteuer-Senkung direkt an Kunden weiter

Pressemitteilung / (Hannover / Münster) Die Bundesregierung hat im Rahmen ihres Konjunktur- und Krisenbewältigungspakets beschlossen, den Mehrwertsteuersatz vom 1. Juli 2020, befristet bis zum 31. Dezember 2020, von derzeit 19 Prozent auf 16 Prozent bzw. den ermäßigten Steuersatz von derzeit 7 Prozent auf 5 Prozent abzusenken. Für diese Umstellung laufen bei der AGRAVIS Raiffeisen AG die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Die temporäre Änderung des Mehrwertsteuerrechts sorgt für einen erheblichen Umstellungsbedarf in den Geschäftsprozessen, den Warenwirtschaftssystemen und der Rechnungsstellung.

Profuma: Bestmögliche Vorbereitung mit Unterstützung der IT

„Die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer betrifft in unserem Bereich alle Futtermittel mit einem Umsatzsteuersatz von 7 Prozent, aber auch andere Spezialprodukte wie zum Beispiel Reinigungs- und Desinfektionsmittel mit einem Umsatzsteuersatz von 19 Prozent“, erklärt Daniel Entrup-Lödde, Teamleiter Vertriebsinnendienst bei der Profuma Spezialfutterwerke GmbH & Co. KG in Münster. Zurzeit sei der mit den Änderungen einhergehende Arbeitsaufwand noch nicht vollständig absehbar, da die Vorbereitungen auf Basis des Gesetzentwurfs der Bundesregierung getroffen werden müssen. Diese liegen momentan vor allem im Bereich IT. Dort werden die EDV- und Warenwirtschaftssysteme aktuell auf den Wechsel umgestellt, sodass die dann geltenden Umsatzsteuersätze dargestellt werden können.

„Um die bestmöglichen Vorbereitungen zu treffen, stehen wir mit den Kolleginnen und Kollegen aus der IT in einem engen Austausch“, betont Entrup-Lödde. Auch in den Produktinformationssystemen (PIM) müssen die Änderungen bei den jeweiligen Artikeln hinterlegt sein. „Alle Artikelstammdaten werden dahingehend nochmals geprüft und bei Bedarf angepasst. Daher kommt im Hinblick auf die Stammdatenpflege ein gewisser Mehraufwand im Vorfeld auf uns zu.“

„Sobald die vorübergehend gesenkten Umsatzsteuersätze gelten, sind wir natürlich gefragt, die Informationen an unsere Kunden weiterzugeben, um eine größtmögliche Transparenz zu gewährleisten“, hebt Entrup-Lödde hervor.

Raiffeisen-Märkte: Abzug direkt an der Kasse

Die relativ kurzfristige Umstellung der Vorgaben sorgt in den Raiffeisen-Märkten der AGRAVIS und den Raiffeisen-Märkten im Kooperationssystem mit der AGRAVIS-Konzerngesellschaft Terres Marketing und Consulting GmbH für große Herausforderungen. „Direkt nach Bekanntwerden der Konjunkturmaßnahme haben wir uns mit einigen genossenschaftlichen Partnern abgestimmt und arbeiten aktuell gemeinsam mit unseren Fachleuten für IT sowie Waren- bzw. Finanzwirtschaft an einem Konzept zur Umsetzung“, erläutern Herbert Möller, stellvertretender Leiter des AGRAVIS-Bereichs Märkte, sowie die beiden Geschäftsführer der AGRAVIS Raiffeisen GmbH, Arnd Winkelmann und Tobias Ansgar Lewe. Einig war man sich, dass aus Zeit- und Kostengründen die Umetikettierung in den Märkten keine Option ist. Die Umsetzung wird in den Raiffeisen-Märkten der AGRAVIS direkt an der Kasse erfolgen. Dafür werden an den einzelnen Warengruppen im Einzelhandel Rabatte hinterlegt. Die Kunden werden direkt im Raiffeisen-Markt mit Plakaten und Hinweisen auf diese Vorgehensweise aufmerksam gemacht. Durch dieses Vorgehen wird die Senkung der Mehrwertsteuer direkt an die Kunden weitergegeben. Dieses Konzept wird in den AGRAVIS-eigenen Raiffeisen-Märkten umgesetzt und wird den genossenschaftlichen Partnern innerhalb des Kooperationssystems zur eigenverantwortlichen Umsetzung zur Verfügung gestellt.

„Voraussichtlich wird diese Lösung auch in den Raiffeisen-Märkten der AGRAVIS-Agrarzentren umgesetzt und der Rabatt den Kunden somit an der Kasse gewährt“, beschreibt Stefan Drenkpohl, AGRAVIS-Bereichsleiter Agrarzentren. Im Agrarhandel würden darüber hinaus gerade die Auswirkungen geprüft, die entstehen könnten, wenn der Frühbezug von Dünger durch die temporäre Mehrwertsteuersenkung zu einer erhöhten Nachfrage führen könnte. „Wie so oft, steckt hier der Teufel im Detail“, erläutert Drenkpohl. „Wie wird beispielsweise verfahren, wenn Kunden Dünger zum reduzierten Mehrwertsteuersatz kaufen, diesen einlagern lassen und im kommenden Frühjahr einen Teil davon zurückverkaufen möchten oder Produkte im Einzelhandel im Januar umgetauscht werden sollen?“ Erhöhter Regelungsbedarf besteht zurzeit auch noch für den Verkauf von Tabakwaren an Tankstellen, über den erst Ende Juni entschieden werde oder auch die Abwicklung von Pfand sowie Gutschriften.

Landtechnik: Absenkung online wie offline

„Wir geben die Absenkung Eins zu Eins an unsere Kunden weiter – und zwar sowohl online als auch offline“, erklärt Christoph Serini, Leiter After Sales bei der AGRAVIS Technik Holding GmbH und verantwortlich für das Werkstatt- und Ersatzteilgeschäft im AGRAVIS Technikverbund. Damit bedankt sich die AGRAVIS Technik bei ihren Kunden, für die sie während des Lockdowns ihre Standorte arbeitsfähig gehalten und die ihr im Gegenzug ihr Vertrauen geschenkt haben.

Konkret bedeutet das: Zwischen dem Thekengeschäft in den 127 Niederlassungen der AGRAVIS Technik-Gruppe und dem neuen Landtechnik-Webshop ATStore24 wird es eine Preisgleichheit für die Kunden inklusive der Weitergabe der Mehrwertsteuer-Absenkung geben. Im Motoristik-Bereich werden beispielweise bei Rasenmähern die Absenkungen an den Kassen vorgenommen. Alle Kunden, insbesondere die Privatkunden sowie die Landwirte, die ihre Mehrwertsteuer pauschalierend in den Ansatz bringen, können in der zweiten Jahreshälfte 2020 von der Absenkung profitieren.

Ein weiterer wichtiger Hinweis: Die Umsatzsteuer fällt beim Kauf einer Maschine immer zum Zeitpunkt der Leistungserbringung bzw. der Lieferung an. Der Zeitpunkt der Rechnungsstellung oder des Kaufvertrags ist dabei irrelevant. Bei Werkstattleistungen oder anderen Dienstleistungen ist der Zeitpunkt des Abschlusses der Dienstleistung relevant.

weitere Informationen: AGRAVIS, www.agravis.de

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