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Regenbogen, © ballensilage.com
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BZfE / 09.09.2021
Extremes Wetter kann Preise für Lebensmittel erhöhen

Pressemitteilung / (Bonn) Fortschreitender Klimawandel kann aus unterschiedlichen Gründen Nahrungsmittelpreise beeinflussen. Ein Beispiel sind Extremwetterereignisse, die zu Ernteeinbußen führen und kurzfristig die Preise für bestimmte Nahrungsmittel stark erhöhen können.

Haushalte geben, je nach Einkommensstärke, einen unterschiedlich hohen Anteil ihres Nettoeinkommens für Nahrungsmittel aus. Sie sind daher unterschiedlich stark von Preissteigerungen betroffen. Forschende des Öko-Instituts e.V. haben im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales anhand von zwei Verhaltensszenarien untersucht, wie sich der Anteil der Nahrungsmittelausgaben am Nettoeinkommen unterschiedlich einkommensstarker Haushalte in Deutschland verhält.

Zum einen könnten sie bei plakativen Preissteigerungen entweder ihre Nahrungsmittelkäufe unverändert lassen. Oder sie passen sie gemäß nahrungsmittelspezifischen Elastizitäten an, was bei Grundnahrungsmitteln weniger einfach, aber doch möglich ist. Der Analyse lagen drei Preissteigerungsszenarien – begründet aus empirischen Daten und der Literatur – zugrunde: 4 %, 12 % und 40 % Preissteigerung. Ergebnis der Forschung war, dass fortschreitender Klimawandel negative Verteilungswirkungen bedingen wird.

Haushalte mit geringen Einkommen geben schon jetzt einen deutlichen höheren Teil ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Bei Preiserhöhungen haben sie weniger Navigationsspielraum, da sie schneller als Haushalte mit höheren Einkommen in die Lage kommen ihre Nahrungsmitteleinkäufe einschränken zu müssen. Es lohnt sich also nach Ansicht der Forschenden, frühzeitig Anreize zu klimafreundlicher Ernährung zu setzen, damit klimawandelbedingte Härten für vulnerable Gruppen zumindest abgefedert werden. Besser wäre, sie gemäß des Vorsorgeprinzips gar nicht erst entstehen zu lassen.

Autorin: Britta Klein / BZfE

Kontakt: Bundeszentrum für Ernährung, www.bzfe.de