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Agrarlandschaft, © ballensilage.com
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Deutscher Bauernverband / 15.07.2021
Vorschläge der EU-Kommission zum Klimaschutz ohne realistisches Ziel

Rukwied: Landwirtschaft wird Beitrag leisten

Pressemitteilung / (Berlin) Heute (14.07.2021) hat die EU-Kommission Vorschläge für die Klimaschutzpolitik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft und der Landnutzung vorgelegt. Dazu erklärt Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes: „Die Land- und Forstwirtschaft will deutlich mehr zum Klimaschutz beitragen, aber es mangelt an konkreten Instrumenten und realistischen Zielen bei den Vorschlägen der EU-Kommission. Bei der Nahrungsmittelerzeugung werden jedoch manche Emissionen unvermeidbar bleiben. Die vorgesehenen Ziele für Kohlenstoffsenken sind wegen des bereits eingetretenen Klimastresses im Wald voraussichtlich nicht erreichbar. Es müssen auch noch konkrete Geschäftsmodelle für ein ‚Carbon Farming‘, also den gezielten Humusaufbau im Boden entwickelt werden. Um Klimaneutralität erreichen zu können, ist aus unserer Sicht ein gesamtwirtschaftlicher Ansatz für Kohlenstoffsenken und deren Inwertsetzung erforderlich. Im Bereich der Emissionen muss für Methan aus der Tierhaltung dringend eine Neubewertung seiner Wirkungsweise als kurzlebiges Treibhausgas erfolgen.“

Hintergrund:

Der Kommissionsvorschlag zur Anpassung der LULUCF-Verordnung (Landnutzung, Landnutzungsänderung, Forst) im Rahmen des „Fit-for-55“-Pakets sieht bei Kohlenstoffsenken ein Ziel von 310 Mio. t CO2 für die gesamte EU ab dem Jahr 2026 vor. Für Deutschland würde dies ein Senkenziel von ca. 31 Mio. t CO2 jährlich bedeuten. Diese Zielsetzung wird von Fachexperten für unrealistisch gehalten, weil der deutsche Wald aufgrund von Klimaschäden und Altersstruktureffekten nach 2025 keine große Senke mehr bilden kann. Die EU-Kommission schlägt zudem vor, die Emissionen aus LULUCF und Landwirtschaft ab 2031 gemeinsam zu bilanzieren („AFOLU“: Agriculture, Forestry and Other Land Use). Ab 2035 soll der AFOLU-Sektor klimaneutral sein und danach negative Emissionen aufweisen.

Zur Neubewertung von biogenem Methan als kurzlebiges Treibhausgas: Biogenes Methan aus der Tierhaltung wird innerhalb von etwa 12 Jahren zu CO2 abgebaut. Dieses CO2 wurde zuvor über das Pflanzenwachstum (Fotosynthese) aus der Atmosphäre entnommen. Durch biogenes Methan entsteht demnach kein zusätzlicher Treibhausgaseffekt. Somit ist eine langfristige Stabilisierung der landwirtschaftlichen Methanemissionen hinreichend, um dem Ziel der Klimaneutralität zu entsprechen.

weitere Informationen: Deutscher Bauernverband, www.bauernverband.de

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