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DLG / 21.06.2021
Jahrestagung Junge DLG: Landwirtschaft braucht Innovationen für neue Rahmenbedingungen

Beispiele unternehmerischer Kreativität in Zeiten sich ändernder Rahmenbedingungen / Aufzeichnung unter www.jungedlg.org abrufbar

Pressemitteilung / (Frankfurt am Main) „Vor allem für junge Betriebsleiter hat es schon schönere Zeiten gegeben, um einen Betrieb zu übernehmen und neu aufzustellen“, so startete DLG-Präsident Hubertus Paetow die Jahrestagung der Jungen DLG. Die Agrarbranche stehe schließlich vor einem politischen und wirtschaftlichen Paradigmenwechsel. Die mit rund 130 Teilnehmern besetzte digitale Tagung hatte das Motto: „Innovationen braucht das Land – Kreative Lösungen zulassen, mutig nach vorne denken!“ Paetow gab dem jungen Auditorium den Rat: „Neugier und Mut sind erste Unternehmerpflichten, erst recht in schwierigen Zeiten.“ Der Vorsitzende der Jungen DLG, Stefan Cramm, appellierte in seiner Begrüßung an die jungen Zuschauer, sich viel Input von außen zu holen, um Perspektiven und Ideen für ihren Betrieb zu entwickeln. Gerade die DLG, insbesondere die Junge DLG, sei dafür ein sehr gutes Netzwerk und biete inspirierende Veranstaltungen.

Die Referierenden gaben per Video praxisnahe Beispiele unternehmerischer Kreativität in Zeiten sich ändernder Rahmenbedingungen für die Agrar- und Lebensmittelbranche: Robert Dahl vom Karls-Erdbeerhof schilderte wie durch Anbautische ein effektives Ernten ohne Bücken kostensparend erledigt werden kann und zukünftig die Arbeitserledigungskosten durch einen Erdbeer-Ernteroboter weiter gesenkt werden sollen. Hierzu liefen schon erste Testprojekte. Auch für den Einstieg in die Direktvermarktung gab er Tipps für die Begegnung und Kommunikation mit den Endkunden, den Verbrauchern. Dazu sei aber ein unverwechselbarer Betriebsname und eine einprägsame Internetadresse unverzichtbar. „Marke ist wichtig“ gab er den Zuhörenden mit auf den Weg.

Christoph Grimme von Grimme Landmaschinenfabrik gab einen Einblick in automatisierte Erntetechnik, die digitale, mechanische sowie logistische Herausforderungen berge. Neben neuen autonomen Rodern wie Harvey.one werden damit auch neue Geschäftsmodelle auf Basis des Services entwickelt.

Claudia Müller berichtete von ihrem Weidenhof und der Entwicklung des Direktvertriebes ihrer Hofmolkerei und fokussierte auf den Aspekt „Fluch oder Segen in der Pandemie“. Die Nachfrage der Verbraucher hat sich in den vergangenen Monaten stark in Richtung Einzelhandel, Hofläden und Automaten verschoben, da die Gastronomie und Kantinen durch die Pandemie ausgeschaltet waren. Dennoch konnten höhere Mengen als bisher direkt an Kunden abgesetzt werden und nebenbei stieg auch das Interesse der Besucher an dem landwirtschaftlichen Betrieb. Viele Menschen hätten sich durch das Arbeiten im Home-Office und die gastronomischen Lock-Downs mehr auf Strukturen in ihrem Umfeld besonnen. Durch den Nachfrageschub zeigte sich, wo die Möglichkeiten zur Erweiterung des Lagers, der Kühlmöglichkeiten oder auch des Personals an ihre Grenze stießen. Claudia Müller motivierte die Zuhörerschaft schließlich, mit neuen Ideen und Mut auch in disruptiven Situationen neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Die Video-Aufzeichnung der Tagung ist über einen Link in www.jungedlg.org auf der Digitalplattform der DLG abrufbar. Für die Nutzung ist die Registrierung mit einer E-Mailadresse nötig.

weitere Informationen: DLG, www.dlg.org

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