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Getreidelager, © ballensilage.com
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Julius Kühn-Institut / 05.06.2019
Auch für den Vorratsschutz gilt: Pflanzenschutz ist viel mehr als nur Chemie!

Leitlinie für den integrierten Pflanzenschutz im Sektor Vorratsschutz im Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) verankert

Pressemitteilung / (Braunschweig) Als nunmehr dritte Leitlinie – nach Zuckerrübe und Mais – wurde die „Leitlinie für den integrierten Pflanzenschutz im Sektor Vorratsschutz“ im Bundesanzeiger publiziert. Sie wurde unter der Koordination des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Zusammenarbeit mit Verbänden und weiteren Behörden verfasst und mit Praktikern mehrfach diskutiert.

Die neue Leitlinie soll dazu beitragen, die Verluste im Vorratsschutz weiter zu reduzieren, wobei auf chemische Mittel und giftige Gase möglichst verzichtet werden soll. Denn nicht nur auf dem Feld, sondern auch in den Lägern auf dem Hof, beim Handel und bei den verarbeitenden Betrieben schädigen Insekten, Milben, Nager und Vögel die Ernteprodukte.

Praktikable vorbeugende und/oder nichtchemische Maßnahmen (z. B. thermischer und biologischer Art) müssen beim Anwenderschutz oder der Resistenzentwicklung Vorteile aufweisen oder weniger Rückstände in den Produkten hinterlassen. Nur dann werden sie gegenüber den chemischen Mitteln – inklusive der Anwendung von Begasungsmitteln wie Phosphorwasserstoff – bevorzugt angewendet. Nicht selten muss der Schädlingsbefall derzeit mit chemischen Mitteln kontrolliert werden, da die Bausubstanz der Läger oder die Lagerhygiene mangelhaft sind bzw. die Reinigung der Ernteprodukte vor der Einlagerung nicht erfolgreich war. Um Maßnahmen zur Kontrolle, Vorbeugung, Bekämpfung und Dokumentation in der richtigen Reihenfolge berücksichtigen zu können, dafür steht der integrierte Pflanzenschutz.

Um die Ziele der Leitlinie weit zu verbreiten, fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) seit diesem Jahr das Vorhaben „Netzwerk für den Wissenstransfer und die Implementierung der Leitlinie integrierter Pflanzenschutz im Sektor Vorratsschutz (VSnet)“. Das JKI und der Bundesverband der agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) koordinieren das Projekt. In dessen Zentrum stehen sieben Betriebe aus der Landwirtschaft, dem Handel und der Verarbeitung, die die Inhalte der Leitlinie demonstrieren und so zur Weiterentwicklung des integrierten Pflanzenschutzes beitragen. Ebenso gehören Dienstleister wie Schädlingsbekämpfer oder Berater zum Verbund von VSnet.

weitere Informationen: Julius Kühn-Institut, www.julius-kuehn.de

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