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Blühstreifen, © ballensilage.com
Blühstreifen, © ballensilage.com

LWK Niedersachsen / 20.05.2021
​​​​​​​Für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft

Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist Kooperationspartnerin in BUND-Projekt zur Förderung artenreicher Lebensräume – Kammerpräsident: Umfassende Beratung der Betriebe kommt Schlüsselfunktion zu

Pressemitteilung / (Hannover/Oldenburg) Mit dem Niedersächsischen Weg haben Naturschutz, Landwirtschaft und Politik im vergangenen Jahr ein gemeinsames Maßnahmenpaket für mehr Artenvielfalt und Insektenschutz vereinbart. Neben einem Insektenschutzprogramm ist darin unter anderem die Entwicklung eines landesweiten Biotopverbundes auf 15 Prozent der Landesfläche und 10 Prozent der Offenlandfläche bis zum Jahr 2023 vorgesehen. Mit dem Projekt „Eigene Vielfalt – Gemeinsam zum Biotopverbund mit Naturschutz & Landwirtschaft“ will der BUND Niedersachsen nun am Beispiel von drei Modellregionen zeigen, wie mehr artenreiche Lebensräume in der Agrarlandschaft geschaffen und die Vereinbarungen des Niedersächsischen Weges in der Fläche umgesetzt werden können.

Dafür arbeitet der BUND eng mit dem Landvolk Niedersachsen und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zusammen.

Mehr Lebensräume für typische Arten der Agrarlandschaft

„Um das Artensterben zu stoppen, müssen im ländlichen Raum mehr Lebensräume für typische und gefährdete Arten der Agrarlandschaft entstehen“, erklärt Axel Ebeler, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Niedersachsen, am Montag (17. Mai) in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Projektbeteiligten.

„Durch die Instandsetzung, Pflanzung und angepasste Pflege von Hecken aus heimischen Gehölzen mit Krautsäumen wollen wir die biologische Vielfalt in der Landschaft fördern. Gehölze sind wichtige Bestandteile für einen Biotopverbund in der Landschaft und bieten wertvolle Lebensräume für viele Tiere, darunter auch zahlreiche Insektenarten. Sie dienen als Trittsteine und Wanderkorridore und sind von großer Bedeutung für den genetischen Austausch“, so Ebeler weiter.

Gemeinsame Arbeit in drei Modellregionen

Um diese Ziele zu erreichen, werden in den nächsten drei Jahren in den Modellregionen Ammerland, Rotenburg und Südniedersachsen in Kooperation mit AkteurInnen aus Landwirtschaft, Naturschutz, Jägerschaft, Wasser- und Bodenverbänden Instandsetzungs-, Pflanz- und Pflegemaßnahmen geplant und umgesetzt.

Qualitätskriterien für Gehölzpflanzungen

Zunächst werden dafür gemeinsam Leitbilder und Qualitätskriterien für Gehölzpflanzungen und -pflege entwickelt. Die Wirksamkeit von Hecken und Feldgehölzen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere und als Biotopverbundelemente fließen dabei ebenso ein wie Fragen der Umsetzung.

Praktische Umsetzung und langfristige Finanzierung im Fokus des Landvolks

„Uns eint das gemeinsame Ziel, die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zu fördern“, betont Landvolk-Präsident Dr. Holger Hennies. „Dabei ist uns das Lernen voneinander wichtig. Jeder Partner soll seine Perspektive einbringen. Aus Sicht der Landwirtschaft geht es hier vor allem um Fragen der praktischen Umsetzung und der langfristigen Finanzierung solcher Naturschutzmaßnahmen.“ Um den Austausch zwischen den Projektpartnern zu gewährleisten, sind im Projekt gemeinsame Vernetzungstreffen, Seminare und Exkursionen vorgesehen.

Schwetje: Miteinander von Naturschutz und Produktion muss für jeden Betrieb umsetzbar sein

„Der individuellen Beratung der Betriebe kommt eine Schlüsselfunktion zu, wenn es darum geht, noch mehr Artenvielfalt in der praktischen Landwirtschaft zu erreichen“, sagt Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK).

„Unsere BeraterInnen haben zu den BetriebsleiterInnen in der Fläche ein wertvolles Vertrauensverhältnis aufgebaut. Uns ist es sehr wichtig, den PraktikerInnen zu vermitteln, dass Maßnahmen für den Artenschutz auch in ihrem Sinne sind und dass ein Miteinander von Naturschutz und landwirtschaftlicher Produktion für jeden Betrieb umsetzbar ist und auf Dauer umsetzbar bleibt“, betont Schwetje.

Gemeinsam entwickelte Schulungen sollen Kenntnisse stärken

In zahlreichen Gebieten des Natur- und Artenschutzes gebe es für die Betriebe noch offene Fragen. Mit gemeinsam entwickelten Schulungen wolle man das Wissen rund um Themen wie etwa Heckenpflege stärken und einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch anregen. Dabei werden die Projektpartner unter anderem von der Stiftung Kulturlandpflege unterstützt.

Handbuch mit Handlungsempfehlungen

Erkenntnisse, die im Projekt gewonnen werden, sollen in einem Handbuch mit Handlungsempfehlungen zusammengefasst werden. Damit werden die Projektergebnisse auf andere Regionen übertragbar und stehen NaturschützerInnen und LandwirtInnen in ganz Niedersachsen zur Verfügung. Gefördert wird das Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.

weitere Informationen: LWK Niedersachsen, www.lwk-niedersachsen.de

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