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Versuchsfeld, © ballensilage.com
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DLG / 27.04.2021
DLG-Gremien formulieren Anforderungen und Lösungen für die Optimierung der Sortenversuche und -zulassungen in Osteuropa

Kaum hochwertige und unabhängige Sortenvergleiche vorhanden – Transparenz bei Sortenversuchen und Professionalisierung von On-Farm-Sortenversuchen sinnvoll

Pressemitteilung / (Frankfurt am Main) Der DLG-Länderarbeitskreis Osteuropa hat sich in Zusammenarbeit mit dem DLG-Ausschuss für Pflanzenzüchtung, Sortenwesen & Saatgut mit dem Thema Sortenversuche in Osteuropa beschäftigt und ein Positionspapier zu „Lage, Anforderungen und Lösungen für die Optimierung der Sortenversuche und Sortenzulassungen in Osteuropa“ formuliert. Ziel ist, die aktuelle Situation beim Zugang zu unabhängigen Sorteninformationen und zu leistungsfähigen Sorten für Landwirte zu verbessern.

Der DLG-Länderarbeitskreis Osteuropa benennt als Ausgangslage des Positionspapiers, dass für Landwirte derzeit kaum qualitativ hochwertige und unabhängige Sortenvergleiche der vorhandenen Sorten in den osteuropäischen Ländern zur Verfügung stehen. Staatliche Sortenversuche, Sortenversuche der Saatgutunternehmen oder auch selbstorganisierte On-Farm-Sortenversuche würden als Informationsquellen nicht ausreichen. Die staatlichen Sortenprüfinstitutionen seien oft unterfinanziert und deren Ausstattung mit Technik und Betriebsmitteln verbesserungsbedürftig, zudem wäre mehr Transparenz über die Versuchsergebnisse und die Zulassungskriterien nötig, um das Vertrauen in die Entscheidungen der Sortenämter zu stärken.

Sortenversuche der Saatgutunternehmen würden vor allem für die Beschreibung eigener Sorten durchgeführt und diese ergäben keinen neutralen und unternehmensunabhängigen Sortenüberblick. On-Farm-Sortenversuche wiederum bildeten die vorhandene Sortenvielfalt nicht ab. Ihre Ergebnisse seien kaum vergleichbar und auf andere Standorte übertragbar, zudem wären die Betriebe aufgrund ihrer Kosten meistens nicht bereit, die Versuchsergebnisse ohne weiteres mit den anderen Betrieben zu teilen. Kleinere und mittlere Agrarunternehmen könnten sich daher keine eigenen On-Farm-Sortenversuche leisten.

Die DLG-Gremien haben daher Anforderungen an Sortenversuche und Sortenzulassung formuliert und schlagen Lösungswege vor, wie neutrale Sortenvergleiche und ein schneller Zugang zu Zuchtfortschritt mit leistungsfähigen, standortangepassten Sorten geschaffen werden kann.

Das Positionspapier richtet sich an Landwirte, die der Entwicklung eines Netzwerkes für On-Farm-Sortenversuche interessiert sind, Pflanzenzüchter, Träger des Sortenprüfwesens, Agrarpolitik und Geldgeber für Public Private Partnership Projekte.

Das Positionspapier ist unter www.dlg.org/positionspapier-osteuropa online zu finden und kann auch als PDF heruntergeladen werden.

weitere Informationen: DLG, www.dlg.org

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