Aktuelles 243

Aktuelle Meldungen


Julia Klöckner, © CDU Rheinland-Pfalz
Julia Klöckner, © CDU Rheinland-Pfalz

BMEL / 07.10.2019
Wissenschaftlicher Beirat des Ministeriums übergibt Gutachten zum „Pflanzenschutz und Biodiversität in Agrarökosystemen“

Bundeslandwirtschaftsministerin nimmt Stellungnahme entgegen

Pressemitteilung / (Berlin/Bonn) Das Bundesumweltministerium und das Bundeslandwirtschaftsministerium haben heute weitergehende Vorschläge zur von der EU-Kommission geforderten Verschärfung der Düngeverordnung nach Brüssel gesandt. Um das Grundwasser und die Gewässer umfassend zu schützen hatten sich die Ressorts auf diese Maßnahmen verständigt.

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner hat gestern die Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirats des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutz (NAP) zu den Themen Pflanzenschutz und Biodiversität entgegengenommen.

In dieser weist der Beirat darauf hin, dass die Ursachen des Biodiversitätsverlustes vielfältig sind, zusammenwirken und sich wechselseitig verstärken. Die Landwirtschaft hat ihren Anteil daran. Aber entgegen landläufiger Darstellungen können beispielsweise nur 13 Prozent der Veränderung der Diversität der Insekten auf Pestizide zurückgeführt werden.

Julia Klöckner: „Dem Wissenschaftlichen Beirat danke ich für seine Arbeit. In unseren Einschätzungen sind wir nahe beisammen: Die Erzeugung hochwertiger und sicherer Nahrungsmittel ist ohne Pflanzenschutzmittel nicht möglich. Kein Verbraucher greift im Supermarkt zum Salatkopf mit Schädlingen. Das Ziel muss daher sein, den Einsatz solcher Mittel immer weiter zu reduzieren und gleichzeitig Ernten zu sichern. Das tun wir, indem wir unter anderem die Forschung im Bereich nicht-chemischer Alternativen intensiviert haben. Auch nutzen wir die Möglichkeiten der Digitalisierung, um etwa durch den Ausbau der Präzisionslandwirtschaft zu einer deutlichen Minimierung von Pflanzenschutzmitteln zu gelangen. Neue praxistaugliche Verfahren werden derzeit im Rahmen unserer digitalen Test- und Experimentierfelder erprobt.“

Fünf der sechs in der Stellungnahme formulierten Forderungen werden vom Bundesministerium bereits umgesetzt:

  • Das Julius-Kühn-Institut und das Thünen-Institut haben dieses Jahr bereits mit der Arbeit am Nationalen Monitoring der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften begonnen, um Klarheit über die Entwicklung der Artenvielfalt und auch die tatsächlichen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln zu bekommen.
     
  • Für die Forschung im Bereich ‚nicht-chemischer Pflanzenschutz‘ standen in den vergangenen beiden Jahren rund 25 Millionen Euro zur Verfügung.
     
  • Das Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel wird kontinuierlich angepasst und weiterentwickelt.
     
  • Die Erhöhung des Flächenanteils des ökologischen Anbaus auf 20 Prozent bis zum Jahr 2030 wurde in der Zukunftsstrategie ökologischer Landbau und im Koalitionsvertrag verankert.
     
  • Die Bundesregierung setzt sich bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik auf europäischer Ebene dafür ein, biodiversitätsfördernde Maßnahmen zu stärken und insbesondere über Agrarumweltprogramme mehr Vielfalt in die Landschaft zu bringen.

Die Forderung nach einer Sonderabgabe auf Pflanzenschutzmittel sieht das Ministerium insbesondere aus grundsätzlichen steuerpolitischen Gründen sowie nicht zielgenauer Lenkungswirkung skeptisch. Auch im Beirat selbst war dieser Vorschlag umstritten, so dass lediglich eine Prüfbitte an das Bundesministerium formuliert wurde.

weitere Informationen: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), www.bmel.de

Scroll Up