Strangverfahren

Strangwickelverfahren


Beim Strangwickelverfahren werden dicht aneinander liegende Rund- oder Quaderballen mit Stretchfolie zu einem durchgehenden Silostrang gewickelt. So entsteht ein langes schlauchförmiges Silo mit rundem oder quadratischem Querschnitt. Manche Maschinen erlauben es, zwei Quaderballen übereinander zu legen.

Rundballen in Strang wickeln, © Anderson Group
Rundballen in Strang wickeln, © Anderson Group

Weil die Ballen kompakt aneinander liegen, ist der Folienverbrauch beim Strangwickelverfahren gegenüber dem herkömmlichen Verstretchen einzelner Ballen um ca. 40% reduziert. Das bedeutet nicht nur Einsparung beim Folienkauf; auch die später zu entsorgende Menge an Folienabfall ist entsprechend geringer.

Für das Verfahren ist eine Spezialmaschine nötig, die während des Wickelns kontinuierlich mit Ballen beschickt werden muss. Auch hier ist Ein-Mann-Betrieb möglich. Die Stundenleistung liegt bei bis zu 120 Rundballen.

Der Querschnitt des Strangs entspricht einem Ballendurchmesser und ist somit wesentlich kleiner als die Anschnittfläche bei einem Fahrsilo oder einer Feldmiete. Das wirkt sich positiv auf die aerobe Stabilität aus. Ähnlich wie bei einer Schlauchsilage sind keine baulichen Maßnahmen notwendig, ein fester Untergrund sollte allerdings vorhanden sein, um ein hohes Maß an Futterhygiene sicherzustellen und das Gärfutter ohne Verschmutzungen entnehmen zu können.

Auch wenn Strangwickel- und Siloschlauch-Verfahren einige Vorteile bieten, so sind die einzelnen Ballen letztlich keine separaten Gärbehälter mehr; Einschränkungen im Handling (z.B. bei Transportabilität und Verkauf) müssen hingenommen werden. Besondere Bedeutung kommt dem Folienschutz zu: Bis über 100 Meter lange Silos bieten gegenüber kompakt gestapelten Einzelballen eine große Angriffsfläche für Beschädigungen aller Art.

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