Qualitätssilage

Qualitätssilage


Silieren ist die Haltbarmachung von Futter durch Umwandlung des Pflanzenzuckers in konservierende Milchsäure. Dazu ist die Herstellung von Luftabschluss notwendig, der bei einem Siloballen durch das Einwickeln mit luftdichter Folie erfolgt.

Silierdreieck

Die qualitätsbestimmenden Faktoren lassen sich anschaulich am Silierdreieck darstellen (siehe Grafik). Nur wenn ein erntereifer Grasbestand bei „Silierwetter“ unter Beachtung der Guten Fachlichen Praxis einsiliert wird, ist mit einem guten Silierergebnis zu rechnen. Dabei sind nicht alle qualitätsbestimmenden Faktoren in gleichem Maße vom Landwirt beeinflussbar. Besonders die Variable „Wetter“ ist sehr unsicher.

Der Pflanzenbestand ist das „Rohmaterial“ einer Qualitätssilage. Nur standortangepasste Gräsermischungen bringen gute Erträge und energiereiches Pflanzenmaterial hervor. Die sachgerechte Pflege des Bestandes mit Düngung, Abschleppen usw. ist genauso wichtig wie die regelmäßige Kontrolle der Grasnarbe. Nehmen minderwertige Gräser oder Unkräuter überhand, sollte an eine Nachsaat oder an eine Neuansaat der Fläche nachgedacht werden.

Die Gute Fachliche Silierpraxis umfasst alle Tätigkeiten beginnend mit dem Schnitt bis zum Einwickeln der Ballen und ihre Einlagerung. Nicht nur der Typ der verwendeten Maschinen ist wichtig, sie müssen auch gewissenhaft eingestellt und gewartet werden. Zu tief schneidende Mähwerke etwa begünstigen den Eintrag von Erdverschmutzungen in die Siloballen, was zu Fehlgärungen führen kann. Mit zu wenig Folienlagen gewickelte Ballen erhöhen das Risiko des Luftzutrittes in den Ballen und damit wächst die Gefahr der Nacherwärmung.

Das Wetter ist leider nicht beeinflussbar. „Silierwetter“ ist weder zu nass noch zu trocken und erlaubt dem Siliergut das gewünschte Anwelken. Die Forderung nach der Wahrnehmung des optimalen Schnittzeitpunkts setzt der Grasernte aber leider ein sehr enges Zeitfenster. Siliermittel können bei nicht optimalem Erntewetter helfen, den Gärvorgang zu steuern und das Risiko der Erzeugung schlechten Silofutters deutlich zu senken. Die verschiedenen Wirkungsrichtungen dieser Produkte müssen genau beachtet werden.

Mit dem Einwickeln und Verbringen der Siloballen zur Lagerstätte steht leider das Silierergebnis noch nicht fest. Beschädigungen der Ballenfolie durch Unachtsamkeit können Warmwerden und Schimmel zur Folge haben und alle vorangehenden Anstrengungen zunichte machen. Auch hier ist also wieder die Gute Fachliche Praxis gefragt, um den Tieren am Futtertrog nur bestes Grundfutter vorzulegen.

Rundballen wickeln, © ballensilage.com
Rundballen wickeln, © ballensilage.com

Eine gute Grassilage erkennt man an Geruch, Farbe und Konsistenz. Eine gelungene Silage hat einen säuerlich aromatischen Duft ohne unangenehme Noten von Buttersäure oder Essig oder gar Fremdgerüchen. Nacherwärmung macht sich durch mostartigen Geruch bemerkbar. Muffiger und dumpfer Geruch weist auf Schimmelbefall und Verderb hin. Dann sind häufig auch graue, weiße oder bläuliche Schimmelnester sichtbar. Kleine weiße Punkte auf dem Pflanzenmaterial zeigen Hefenbesatz an; hier kann es zu Nacherwärmung kommen. Dampfende und qualmende Silage ist mit Sicherheit kein hochwertiges Futter mehr.

Während feuchtere Silagen meist eine kräftigere Grünfärbung zeigen, hat Gärfutter von trockeneren und überständigen Grasbeständen ein eher an Heu erinnerndes blasseres Aussehen. Grundsätzlich sollte die Farbe einer guten Silage in etwa der des Ausgangsmaterials entsprechen.

Das Gefüge der Silage sollte ebenfalls dem des frischen Silierguts nahekommen. Schmierig-seifige Qualitäten bis hin zu Faulstellen ohne Struktur weisen auf Verderb und Abbau des Pflanzenmaterials durch Schadorganismen hin. Verschmutzungen durch Erde sollten ausgeschlossen sein; ursächlich dafür können fehlerhaft eingestellte Erntetechnik oder Nachlässigkeiten in der Bestandsführung sein (z.B. nicht eingeebnete Maulwurfshügel).

Das letzte Urteil über die erzeugten Qualitäten geben aber die Tiere ab. Bei aller Sorgfalt bei der Siloballenbereitung: Futterverweigerungen ohne für den Landwirt ersichtlichen Grund kommen vor und deuten auf Mängel hin, die nur durch eine Futteranalyse geklärt werden können. Die Energiehöhe der Silage ist optisch ebenfalls nicht erkennbar; um genaue Werte als Grundlage zur Rationsberechnung zu ermitteln, kann ebenfalls nur die Futteranalyse weiterhelfen.

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