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Kuhweide, © ballensilage.com
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LWK Niedersachsen / 12.02.2018
Grünlandtag diskutiert Für und Wider von Weide- und Stallhaltung

Im Rahmen eines Wettbewerbs werden beste Gras- und Maissilagen prämiert

Pressemitteilung / (Wittmund) Weidehaltung ist eine kostengünstige Form, um Fleisch und Milch zu produzieren. Andererseits gehen immer mehr Landwirte dazu über, ihre Kühe das ganze Jahr im Stall zu halten. Um diesen scheinbaren Widerspruch zu erörtern, stellte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ihren heutigen (7. Februar) Grünlandtag in Wittmund unter das Motto „Weidehaltung im Fokus“.

Bei der Begrüßung der 350 Besucher erläuterte Kammerpräsident Gerhard Schwetje das Für und Wider der beiden Haltungsformen. „Weidehaltung entspricht dem Bewegungsdrang der Rinder und trägt damit zum Tierwohl bei“, so der Präsident. Weidende Kühe prägten das Bild in Norddeutschland und seien damit Sinnbild einer flächengebundenen Haltung. Sie habe kulturhistorische Wurzeln und mache die Milcherzeugung für die Bevölkerung sichtbar. Deshalb sei sie ein wichtiger Imagefaktor der gesamten Landwirtschaft gegenüber der Gesellschaft.

Andererseits sieht Schwetje einen Trend hin zur ganzjährigen Milcherzeugung im Stall. „Diesen Schritt kann man unseren Milchviehhaltern nicht verübeln, denn er ist oft wirtschaftlich begründet.“ Landwirte müssten ihre Betriebe effizient gestalten und so zukunftsfähige Strukturen schaffen. Das Ziel der Milchviehhalter, hohe Milchleistungen der Tiere zu erreichen, nannte Schwetje „wichtig und legitim“. Die Weidehaltung komme für Hochleistungstiere nur bedingt in Frage.

Wenn Politik und Gesellschaft die Weidehaltung einforderten, müsse das mit dem klaren Bekenntnis einhergehen, die Landwirte dabei zu unterstützen. „Einen großen und begrüßenswerten Schritt“ in diese Richtung sieht Schwetje in der Weidelabel-Initiative des in Ovelgönne ansässigen Grünlandzentrums. Das habe als unabhängiges Gremium die wichtigen Akteure aus Politik und Ernährungswirtschaft an einen Tisch geholt und den Impuls zur Weidemilcherzeugung in der Region gegeben.

Im Laufe der Fachtagung wurden auch die Gewinner des Silagewettbewerbs 2017 gekürt. Darin werden nun schon seit über 25 Jahren hervorragende Gras- und Maissilagen prämiert. „Unser Ziel ist es, das Bewusstsein und den Sachverstand für die Futtererzeugung zu schärfen“, erklärte dazu Dr. Christine Kalzendorf von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Obwohl die letztjährigen Erntebedingungen für herausragende Silagequaliltäten alles andere als gut waren, zeigte sich die Organisatorin des Wettbewerbs mit dem Ergebnis zufrieden.

Bei den Grassilagen des ersten und zweiten Aufwuchses konnte Johannes Hempen aus Wippingen (Landkreis Emsland) 190 von 200 möglichen Punkten erreichen. Den zweiten Platz in dieser Kategorie teilten sich mit jeweils 185 Punkten Gerald Bakker aus Nordhorn (Landkreis Grafschaft Bentheim) und Franz-Bernd Meyer aus Damme (Landkreis Vechta). Dritte wurden mit 180 Punkten Mechthild Rolfes (Landkreis Cloppenburg), Heiner Tannen (Landkreis Grafschaft Bentheim), Gerhard Reinink (Landkreis Grafschaft Bentheim), Cord Spannhake (Landkreis Diepholz) und Friedrich Kinast (Landkreis Cloppenburg).

Bei den Silagen der späteren Grasaufwüchse errang Heiner Hesselink aus Emlichheim (Landkreis Grafschaft Bentheim) den ersten Platz mit 160 Punkten. Nur fünf Punkten weniger erzielte als Zweite die Ortmann GbR aus Barßel (Landkreis Cloppenburg). Dritte wurden Henri Koopmam (Landkreis Aurich), Bernd Kuck (Landkreis Rotenburg) sowie die Seeger GbR (Landkreis Emsland).

Bei den Maissilagen war es sowohl Petra Both-Schulz/Schulz GbR aus Wittingen (Landkreis Gifhorn) als auch Florian Schween aus Elmlohe (Landkreis Cuxhaven) gelungen, die Maximalpunktzahl von 200 zu erzielen. Diesen Wert verfehlte Heinrich Wiemann mit 195 Punkten nur knapp, er wurde Zweiter. Es folgte mit 190 Punkten Hans Blendermann (Landkreis Osterholz).

weitere Informationen: LWK Niedersachsen, www.lwk-niedersachsen.de

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