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Verleihung des Journalistenpreises auf der Kammerversammlung am 29.11.2017 in Oldenburg, © Ritzmann / LWK NDS
Verleihung des Journalistenpreises auf der Kammerversammlung am 29.11.2017 in Oldenburg, © Ritzmann / LWK NDS

LWK Niedersachsen / 07.12.2017
Filmbeitrag „Gedanken einer Schweinemästerin“ überzeugt Jury

Oda Lambrecht gewinnt Journalistenpreis der Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Pressemitteilung / (Oldenburg) Der Journalistenwettbewerb 2017 der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist entschieden: Der erste Preis in Höhe von 1.500 Euro geht an Oda Lambrecht vom Norddeutschen Rundfunk (NDR). Mit ihrem Filmbeitrag „Gedanken einer Schweinemästerin“ setzte sie sich gegen 27 Mitbewerberinnen und Mitbewerber durch, die insgesamt 38 Beiträge eingesandt hatten. Auf den mit 1.000 Euro dotierten zweiten Platz kommt Bianca Wilkens vom Hamburger Abendblatt mit ihrer zehnteiligen Serie „Das Jahr auf dem Hof – vom Beet bis ins Regal“. Den dritten Preis in Höhe von 500 Euro erhält Mona Behn von der Landeszeitung Lüneburg für ihren Beitrag „Frisch und regional zapfen“. Der Wettbewerb hatte das Thema „Mit Kreativität und Mut durch Krisenzeiten: Wie landwirtschaftliche Familienbetriebe dem Druck des Marktes standhalten“.

Nach Meinung der fünfköpfigen Jury setzt die NDR-Journalistin Oda Lambrecht den Mut und die Kreativität einer Landwirtin gekonnt ins Bild, ohne dabei persönliche Zweifel und unternehmerisches Risiko auszublenden. Dabei lebt der vierminütige Film von der ebenso sympathischen wie in ihren Aussagen klaren Fachfrau. Sie formuliert sehr authentisch die Bedingungen, unter denen ein zukunftsweisendes Projekt, hier mehr Tierwohl im Schweinestall, funktionieren kann. Zwei zentrale Aussagen von ihr lauten: „Wir Landwirte können den Tieren viel bieten, aber wir können es nicht zum Nulltarif.“ Und: „Alles wird gefordert, aber es interessiert keinen, dass sich unser Betrieb auch wirtschaftlich rechnet.“ Das alles ist locker und unterhaltsam erzählt, dass auch ein Fernsehzuschauer ohne landwirtschaftlichen Hintergrund die Zusammenhänge sehr gut verstehen kann.

Ein halbes Jahr lang begleitet Bianca Wilkens vom Hamburger Abendblatt einen Bio-Landwirt im Speckgürtel von Hamburg bei seiner Arbeit. Daraus entstand eine zehnteilige Serie, in der die Leser einen Betrieb kennenlernen, der die Nähe zur Großstadt nutzt und auf Vielfalt in der Produktion setzt, um für künftige Herausforderungen gewappnet zu sein („Wenn man sich zu sehr spezialisiert und das einmal nicht mehr funktioniert, hängt man in der Luft!“). Die Journalistin macht das mit viel Liebe zum Detail. In jedem der zehn Teile erklärt sie das Leben von Huhn „Lotta“ und kommt im regelmäßigen „Selbstversuch“ zu immer wieder überraschenden wie amüsanten Erkenntnissen. Weil die Rahmenbedingungen stimmen, scheint der Fortbestand des Familienbetriebs gesichert. Das älteste von sieben Kindern möchte in den Betrieb einsteigen und sagt: „Es ist auf jeden Fall mein Ding. Ich kann mir nichts anderes vorstellen.“

Die Milchbauern waren in jüngerer Vergangenheit wirtschaftlich besonders gebeutelt. Mona Behn hat einen solchen Familienbetrieb mit langer Tradition im Landkreis Uelzen besucht. Hier sieht der Landwirt in der Ausdehnung der Produktion den Weg in die Zukunft. Er hat seine Herde nach und nach von 50 auf 150 Kühe aufgestockt sowie in Stall und Melkroboter investiert. „Aufgeben? Das kam für uns nicht in Frage!“, zitiert die Journalistin den Landwirt. „Ich bin Landwirt geworden, weil ich die Natur und die Tiere liebe, das ist der Beruf, der mir nach wie vor Freude bereitet.“ Ganz aktuell ist eine Milchtankstelle hinzugekommen („Direkt beim Bauern einkaufen, das liegt im Augenblick im Trend“). Den Kontakt zu seinen Kunden nutzt der Landwirt, um ihnen den Betrieb zu erklären. Die Autorin attestiert dem Familienbetrieb Mut und Kreativität, um „den Fortbestand des über 200 Jahre alten Hofes zu sichern“.

Die Preisverleihung fand anlässlich der Kammerversammlung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen am Mittwoch (29. November) in der Oldenburger Weser-Ems-Halle statt. Walter Hollweg, Pressesprecher der Kammer, stellte die Beiträge und Preisträger den knapp 140 anwesenden Mitgliedern der Kammerversammlung sowie den rund 250 Besuchern vor. Der Journalistenpreis der Landwirtschaftskammer wird alle zwei Jahre ausgeschrieben und ist mit 3.000 Euro dotiert.

Ausführlicher Bildtext: Glückliche Gewinnerinnen (vorne von links): Die Journalistinnen Mona Behn, Bianca Wilkens und Oda Lambrecht erhielten ihre Preise aus den Händen von Kammerpräsident Gerhard Schwetje (hinten rechts). Mit den Preisträgern freuen sich die neue Landwirtschaftsministerin, Barbara Otte-Kinast (vorne rechts), Kammerdirektor Hans-Joachim Harms (hinten Zweiter von rechts) und Vizepräsident Hermann Hermeling (hinten Zweiter von links). Die Laudatio hielt Pressesprecher Walter Hollweg (hinten links).

weitere Informationen: LWK Niedersachsen, www.lwk-niedersachsen.de

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